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Weihnachtsoratorium 2016

„Jauchzet, frohlocket!“ - Rückblick einer Chorsängerin

Am 18. Dezember, dem 4. Advent, wurde das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach, BWV 248,Teile I und IV bis VI in der Stiftskirche des Klosters Loccum aufgeführt.

Beteiligt waren der Chor der Stiftskirche Loccum, die Kreiskantorei Stolzenau-Loccum, Barockorchester L‘Arco Hannover sowie die Solisten Solisten: Johanna Diestelkamp (Sopran), Sandra Marks (Alt), Florian Neubauer (Tenor) und Marten Groeneveld (Bass). Die Leitung hatten Stiftskantor Michael Merkel und Kirchenkreiskantor André Hummel

Nach der Begrüßung von Abt Hirschler eröffneten Pauken und Trompeten das Weihnachtsoratorium (WO) von Johann Sebastian Bach und die Chöre ließen das „Jauchzet, frohlocket!“ erschallen. Es begann die Aufführung der Teile I und IV bis VI, ein großes Werk.

Bach vertont hier die Weihnachtsgeschichte bis zur Erscheinung der Heiligen Drei Könige; die einzelnen Teile sind durch die Freude über die Geburt Christi verbunden. 

Die Ankündigung, das WO aufführen zu wollen, hatte uns Chöre – die Kantorei aus Stolzenau und den Chor der Stiftskirche – erfreut, da so ein großes Werk zwar Einsatz und Disziplin erfordert, aber auch eine spannende Herausforderung für den Chorgesang darstellt.

Die beiden Leiter und Dirigenten, André Hummel und Michael Merkel, mussten zunächst ganz praktische Entscheidungen treffen: Termine, Termine, Termine: Chorproben in den Chören, gemeinsame Proben der Chöre, die Generalprobe; dies alles mit weiteren Auftritten im Kirchenjahr abstimmen etc.

So begannen für uns im Chor der Stiftskirche die Proben im April, und bald klang „Jauchzet, frohlocket“ und „Ich steh an deiner Krippen hier“ aus dem Probenraum des Gemeindehauses. Schnell standen Bach-typische Übungen im Vordergrund, wie z. B. „Triller“, „Schweller“ Es gab Anweisungen wie „Hell singen“, „locker“, „mutig – kurz“, „tänzerisch“ und weitere. Diese Ansagen förderten den gesamten Klang, waren aber für uns nicht immer einfach umzusetzen. Der gesamte Chorklang beider Chöre konnten an einem gemeinsamen Probenwochenende überprüft und gefestigt werden.

Parallel zu den Proben liefen verschiedene Absprachen im Hintergrund, z. B. mit den Solistinnen und Solisten, mit dem Orchester und mit den verschiedenen Organisationsbeteiligten im Kloster. Die Anordnung der Podeste und Stühle für die etwa 80 ChorsängerInnen, die SolistInnen sowie das Orchester mussten geplant werden.

Der Auf- und Abbau der Podeste machte im Vorfeld Kopfzerbrechen, weil zwischen Generalprobe und Aufführung für den Gottesdienst alles wieder abgebaut werden musste, aber mit viel Tatkraft klappte es reibungslos.

Sowohl hier wie auch für weitere wichtige Dienste gab es viele hilfreiche Hände hinter den Kulissen, sie haben maßgeblich zum Erfolg beigetragen, so auch die Helferinnen und Helfer, die in der Pause Apfelpunsch und Stollen gegen eine Spende angeboten haben.

Nach der nahezu zweijährigen Planung war es dann am 4. Advent soweit: Die mit vier erleuchteten Adventskronen geschmückte Kirche, die voll besetzten Plätze und die Vorbereitungen mündeten nun in die Aufführung hinein. Bei mir als Chorsängerin waren die Anspannung und die freudige Erwartung gleich groß, nun konnte die gemeinsame Aufführung endlich beginnen und die Weihnachtsbotschaft ihren Weg nehmen.

Am Ende war ich erfüllt mit dem wunderbaren Schlussapplaus und voller großer Freude sowie Dankbarkeit, ein kleines Teil von dieser Aufführung sein zu können.

Eine besondere Rückmeldung ist für uns Beteiligte ist die Antwort der Dirigenten auf die Frage: Wie hat es sich angehört? Sowohl Michael Merkel als auch André Hummel stimmten hier überein: „Der Chor war richtig gut“ und „Mich hat vor allem das problemlose Zusammenarbeiten der beiden Chöre begeistert.“ Auch das Engagement der Sängerinnen und Sänger während der Aufführung wurde gelobt. Solch Lob zu bekommen, ist für uns ChorsängerInnen besonders schön. Überzeugend für viele von uns waren Michael Merkels Worte auf der Nachfeier im Gemeindehaus: „Jetzt kann Weihnachten werden“.

Ursula Carus