Foto: Dietmar Lampe

Foto: privat

Foto: Kloster Loccum

Foto: Michael Merkel

Foto: Kloster Loccum

Musical "Wort halten" 2013

Das Geheimnis von Loccum – oder: Uhlenbusch für Fortgeschrittene

Foto: privat. Szene aus dem Musical 2013 "Wort halten - das Geheimnis von Loccum"

Ein Musical anlässlich des Klosterjubiläums, komponiert und getextet von Lübecker Studierenden – da bin ich ja mal gespannt! Schließlich sind wir hier in Loccum in Sachen Kindermusicals ziemlich verwöhnt! Und dass Loccumer Kinder schauspielerisches Talent haben, ist spätestens seit „Neues aus Uhlenbusch“ jedem bekannt. Um einen Bauernhof soll es gehen und um ein Geheimnis, um einen Abt, einen Schatz, um Freundschaft und Gerechtigkeit. Ums „Wort halten“. Klingt auch irgendwie nach Uhlenbusch…allerdings mit mehr Musik.

Nun also eine Welturaufführung. In der Kirche bekannte Gesichter. Michael Merkel wirkt erstaunlich entspannt, sein bewährtes Team aus engagierten Eltern regelt gut gelaunt den Verkehr, Kinder jeder Größe und Altersklasse wuseln aufgeregt durch die Gänge. Der Kirchenraum füllt sich, viele Stühle sind schon besetzt und noch immer kommen neue Gäste.

Luise (4) fürchtet sich ein bisschen vor den als Mönche verkleideten Musikern, ihr Bruder Heinrich (5) stellt fest, dass „die gar keine richtigen Mönchsschuhe anhaben“, also vermutlich „gar nicht echt“ sind.

Endlich geht’s los! Erst stimmgewaltig, fröhlich und „sportlich“ – wer hätte gedacht, dass sich unsere Klosterkirche so gut für Gummitwist und Seilspringen eignet? -, dann pure Gänsehaut beim Duett der Geschwister Ole und Rebekka, in diesem Fall gespielt und gesungen von Jakob Stäblein und Louisa Völlers. (Ich bin mir sicher, Marcelina und Moritz waren genauso großartig!) Scheinbar ohne jedes Lampenfieber, ganz und gar wunderbar verzaubern die beiden das Publikum und gemeinsam mit Sophie, Odin und den vielen anderen kleinen und größeren Sängerinnen und Sängern halten sie die ca. 600 Zuhörer bis zum Schlussapplaus gefangen. Da wird jeder Musikgeschmack bedient, da gibt es leise und laute Töne, fröhliche und nachdenkliche Lieder – alle begleitet von einer erstklassigen Live-Band, die keine Wünsche offen lässt.

Abgesehen von der großartigen Gesamtleistung ALLER an diesem Projekt Beteiligten bewundere ich am meisten den unglaublichen Mut der kleinen Künstler, auf einer Bühne im Scheinwerferlicht vor so vielen Menschen in ein Mikrofon zu singen. Und das auch noch wunderschön, glasklar, glockenhell und so, als sei man kein bisschen aufgeregt! Wie macht ihr das? Gibt es da einen Trick? Den müsst ihr mir unbedingt mal verraten! Toll, toll, toll! Das war echt „Uhlenbusch für Fortgeschrittene“, das müsst ihr dringend noch mal machen! Vielleicht im nächsten Jahr? Wir wären ganz sicher wieder dabei!

Nina Graf